10/10/2026
Viele Rosskastanien zeigen bereits mitten im Sommer braune, vertrocknet wirkende Blätter, obwohl der Herbst noch weit entfernt ist. Häufig steckt dahinter die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella), ein winziger Schmetterling, dessen Larven im Inneren der Blätter leben. Besonders die weiß blühende Gewöhnliche Rosskastanie wird von diesem Schädling stark befallen.
Nach der Eiablage schlüpfen kleine Larven, die sich zwischen den beiden Blattschichten durch das Gewebe fressen. Dabei entstehen zunächst helle, später braune Flecken, die als Blattminen bezeichnet werden. Bei starkem Befall können zahlreiche Minen zusammenfließen, sodass große Teile der Blattfläche vertrocknen. Die geschädigten Blätter verlieren einen Teil ihrer Fähigkeit zur Photosynthese und fallen manchmal schon im Hochsommer ab.
Für ausgewachsene Rosskastanien ist ein Befall meist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, wiederholte starke Schäden können die Bäume jedoch schwächen. Besonders wichtig ist es, das abgefallene Herbstlaub gründlich einzusammeln und fachgerecht zu entsorgen, da die Puppen der Miniermotte darin überwintern. Braune Blätter können allerdings auch durch Trockenheit oder andere Krankheiten entstehen. Deshalb lohnt es sich, die typischen Blattminen genauer zu betrachten, bevor die Ursache festgelegt wird.