06/05/2026
Weisst du, weshalb Holzmöbel früher gerne in Pferdeställe gestellt wurden?🐎
Fun Fact: Beobachtet wurde der Prozess zuerst bei Bauernhäusern, in denen Menschen und Tiere eng zusammen wohnten. Die tierischen Ausscheidungen (u.a. Ammoniakgase) führten zu einer Veränderung von Eichenmöbeln. Gezielt wurden deshalb Möbel in Pferdeställe gestellt, da Pferdeurin besonders viel Ammoniak enthält. Diese Verfärbung entstand jedoch nur oberflächlich.
Beim Räuchern wird das Holz mit Ammoniak oder Salmiakgeist (Ammoniakwasser) begast. Dabei verfärbt es sich und bekommt einen braunen, dunkelbraunen oder schwarzen Farbton. Der dabei entstehende Farbton hängt von der Menge der im Holz vorhandenen Gerbsäure ab. Der Vorteil dabei:
Die Reaktion des Ammoniaks mit den Holzinhaltstoffen (Säuren, Harzen...) führt zur Bildung von alterungs- und lichtstabilen organischen komplexen Salzen. So wird das Holz geschmeidiger und weniger spröde und widerstandsfähiger gegen Insekten- und Pilzbefall.
Heute wird das Holz während 36-48 Stunden unter Vacuum bei einer Temperatur von ca. 55 Grad und einem Unterdruck von 0.1 bar begast, damit das Holz möglichst bis in den Kern geräuchert wird.
Wichtig: Nach der Räucherung wird das Holz abgelüftet, da sonst z.B. herkömmliche Weissleime wegen des Ammoniaks nicht richtig aushärten.
Die Holzfarbe wechselt zu braun, dunkelbraun oder sogar schwarz.
Der dunkle Farbton ist stabiler gegen UV-Einflüsse als thermobehandeltes oder naturbelassenes Holz. Das Holz wird geschmeidiger und weniger spröde, es kann aber bei der Kernräucherung zu einer starken Rissbildung kommen. Schädlinge werden mit Chemie abgetötet, das macht das Holz noch widerstandsfähiger gegen Insekten- und Pilzbefall.