17/07/2026
... und der Grundwasserpegel ist nicht schon im Mai am Limit! 🤨🤨🐲🧙♀️
Es ist nicht das Gewitter, das die Kanalisation überlastet.
Es ist dein Dach, das direkt ans Netz angeschlossen ist.
Schau nach, wo dein Fallrohr endet. Bei den meisten Häusern mündet es in die Kanalisation: Der gesamte Regen, der auf dem Dach fällt — tausende Liter bei einem starken Gewitter — gelangt mit einem Schlag ins Rohrsystem, gleichzeitig mit dem der Nachbarn.
Die Kanalisation, ausgelegt für einen gleichmäßigen Zufluss, bekommt innerhalb weniger Minuten das Wasser von hunderten Dächern. Genau dort, weit mehr als im Regen selbst, entscheidet sich der Überlauf.
Das Abtrennen des Fallrohrs verändert alles — mit minimalem Aufwand.
Statt das Rohr in die Kanalisation zu leiten, wird es auf ein Versickerungsbeet, einen Regengarten oder einen bepflanzten Streifen am Hausrand gerichtet. Das Dachwasser verteilt sich und sickert langsam in den Boden — es lädt das Grundwasser auf, statt die Kanalisation zu überlasten.
Alternativ kann es in eine Regentonne geleitet werden, für die Gartenbewässerung im Sommer — oder in die Baumgrube eines Obstbaums, dimensioniert für das zu erwartende Volumen.
Im Regengarten: Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus), Seggen (Carex) und Farne — Pflanzen, die sowohl zeitweises Staunässe als auch Trockenperioden gut vertragen. Dieselben Blüten, die Bestäuber anziehen. Der Boden darunter: Regenwürmer, Mikroorganismen, lebendige Struktur, die filtert und aufnimmt.
Wer in Deutschland das Fallrohr abtrennt und Versickerungsflächen schafft, kann oft seine Niederschlagswassergebühr reduzieren — viele Kommunen bieten zudem Förderprogramme für Versickerungsanlagen. Beim zuständigen Umweltamt oder Abwasserbetrieb nachfragen lohnt sich.
Es ist nicht das Wetter, das das Netz überlastet.
Es ist die Summe unserer Dächer, die vom Boden abgekoppelt sind.
Zwei Quadratmeter, der Erde zurückgegeben — das reicht zum Anfangen.