05/04/2026
Warum weniger manchmal mehr ist.
Eine Erkenntnis aus der Backstube und dem Designalltag
An Ostern wollte ich vier Lämmer backen.
Der Teig war gut, die Motivation hoch, also habe ich zuerst zwei vorhandene Formen randvoll gefüllt. Anschließend sollten nochmals die Formen gefüllt werden, auch wenn ich verwundert war, dass für die nächsten Formen zu füllen, wenig Teig übrig war.
Das Ergebnis, zwei schöne Lämmer und zwei vulkanähnliche Teig-Gebilde, die sich während des Backens selbstständig gemacht haben.
Im Nachhinein war klar:
Weniger Teig hätte zu mehr Ergebnis geführt.
Weniger Perfektionismus, mehr Weitsicht.
Weniger „alles rein“, mehr „was braucht es wirklich“.
Und genau diese Logik begegnet mir täglich in meinem Beruf als Designer und Planer. Weniger ist mehr
Ein Raum wirkt nicht durch mehr Elemente, sondern durch bewusste Reduktion.
Ein Konzept gewinnt nicht durch zusätzliche Features, sondern durch klare Prioritäten.
Ein Ladenbauprojekt wird nicht besser, wenn alles gleichzeitig passiert, sondern wenn das Wesentliche sauber umgesetzt wird.
Ein gutes Kundenerlebnis entsteht nicht durch Überfrachtung, sondern durch Orientierung, Ruhe und Fokus.
Design entsteht durch Funktion, Emotion und Klarheit.
Und oft entsteht der größte Mehrwert, wenn man bewusst weglässt.
Mein Ostermoment hat mich daran erinnert:
Perfektion entsteht nicht durch „mehr“, sondern durch das richtige „weniger“.
Im Backofen wie im Projekt und und vier Lämmer hätte ich damit auch gehabt.
Ich wünsche euch noch schöne Feiertage.