23/10/2014
Lions Club zu Besuch
Jungbauern aus Alpenregion erweitern Perspektiven
Berg / Saaldorf. (al) Eine Allianz von Lions Distrikten und Lions Clubs aus verschiedenen Ländern im alpinen Raum, genannt „Alpine Lions Cooperation“ hat in 2013 ein Projekt gestartet, in dem sich junge Menschen, vor allem aus der Landwirtschaft, in zwei einwöchigen Exkursionen auf speziell dafür selektierten Höfen über Methoden der Landwirtschaft und Nebenverdienste aus dem Tourismus und anderen Erwerbsquellen informieren können. Die jungen Menschen sollen durch dieses Projekt Zukunftschancen in beruflicher, wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht im alpinen Raum ausloten und einen Nutzen daraus ziehen, wie auf der Homepage des Lions Clubs erläutert wird.
Neulich war eine Gruppe, die in diesem Jahr am Projekt teilnimmt auf einem dieser selektierten Höfe, dem Huberhof in Berg bei Saaldorf zu Besuch. In Begleitung von Dipl. BW. Angela Aicher vom Lions Club Freilassing, die den Besuch organisiert hat und Franca Kana, Italienerin, die an verschiedenen Schulen der Region italienisch lehrt, informierten sich etwa ein Dutzend Jungbäuerinnen und Jungbauern aus Norditalien, Österreich und Bayern über die Aktivitäten auf dem Huberhof.
Georg Huber zeigte dazu zuerst eine Reihe Bilder, die sowohl die Methoden im landwirtschaftlichen Bereich des Hofes, als auch das Spinnen und Weben von Teppichen und den Verkauf von Wachs- und Kosmetikartikeln, großenteils aus eigener Produktion, zeigten. Schon dabei waren die Besucher sehr beeindruckt von der innovativen Art, wie die Huber Familie, Georg, Frau Anneliese und ihre Kinder und Angestellten ihre Bio-Landwirtschaft und die Herstellung der Teppiche und Kosmetikartikel betreiben.
Bei einem kurzen Rundgang auf die Weiden und durch die Stallungen erklärte Georg Huber die Methode der Kurzrasenweide und ihre Vorteile, wie die natürliche Düngung der Wiesen, ohne chemische Zusatzstoffe. Auch die Rotationsmethode auf den Feldern, beim Anbau von Getreide, bei der in bestimmter Reihenfolge verschiedene Sorten von Getreide und andere Gewächse auf die Felder kommen wurde erklärt. Durch die Wechsel werde der Boden nicht ausgelaugt, wie das beim dauernden Anbau von Monokulturen der Fall wäre, sondern der Boden kann sich auf natürliche Weise erholen und sogar verbessern.
Beim Gang durch die Weberei mit den großen Webstühlen, erklärte Georg, ein Verwandter habe angefangen Teppiche zu weben, aber nach einer Weile, beruflich bedingt, wieder aufgehört und so habe er selbst, an Tagen an denen er mit der Landwirtschaft nicht ausgelastet war angefangen zu weben und inzwischen sei aus dem Hobby ein netter Nebenverdienst geworden. Georg Huber und seine Frau Anneliese zeigten sich stolz, dass sie sich mit ihren Teppichen und anderen Produkten aus der heimischen Region jetzt einen guten Ruf erarbeitet haben, der Besucher von weit her anzieht, wie auch diese Gruppe.
Beim abschließenden Kaffeekränzchen für die Besucher, die durch den Lions Club zum Huberhof gekommen waren, wurden viele Fragen gestellt, denn offensichtlich hatten auch die Jungbäuerinnen und Jungbauern aus der Alpenregion nicht nur auf die Kuchen Appetit bekommen, sondern auch auf eigene Aktivitäten, wie jene der Hubers. Angela Aicher bedankte sich im Namen der Gruppe, für die sie während deren Aufenthalt gesorgt und unter anderem diesen Besuch organisiert hatte und meinte, dies zeige, die „Alpine Lions Cooperation“ trage schon erste Früchte, wie Projekte in Österreich und Südtirol bewiesen. Durch das Programm werde es jungen Bäuerinnen und Bauern ermöglicht auf den heimischen Höfen zu bleiben und trotz dem generellen Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte, durch innovative Ideen und Aktivitäten zu bestehen.
Bildtexte: #. 02:Georg Huber (stehend), erklärte eingangs des Besuches der Jungbäuerinnen und Jungbauern mit Bildern seine landwirtschaftlichen Methoden.
#. 10:Auf der Kurzrasenweide stellten sich die Besucher aus der Alpenregion, zusammen mit ihren Betreuerinnen, Angela Aicher (l.) vom Lions Club Freilassing, der Dolmetscherin Franca Kana (r.) und Georg Huber (4.v.l.) für ein Foto.
#. 12:Neugierig beäugten einige der Rinder des Huberhofes die Besucher aus der Alpenregion.
#. 16:Georg Huber (2.v.r.) zeigte seinen Besuchern wie das Trennen von Milch und Sahne per Handschleuder geht.
#. 23:In der Weberei führte Georg Huber (r.) das Weben von Teppichen vor.
Fotos: Alois Albrecht