12/09/2026
Die Reichen, die Schweren und die Schönen.
Man kennt ihn ja zur Genüge, diesen Satz: „Die Reichen und Schönen.“
Heute muss ich allerdings ein kleines bisschen korrigieren.
Denn wenn ich wieder mal so wie heute mit meiner Erntekiste durch den Garten gehe, könnte man durchaus behaupten: Ich bin reich.
Nicht unbedingt an Geld. Aber an Tomaten!
Und seien wir doch mal ehrlich: Was ist schon ein volles Bankkonto gegen einen Korb voller selbstgezogener, sonnengereifter Früchte? Das eine macht vielleicht Eindruck beim Finanzamt, das andere beim Abendessen.
Heute jedenfalls ging es um meine ganz persönliche Ausgabe von „Die Reichen, Schweren und Schönen“.
Da wären zunächst die Schweren.
Meine Tomaten-Schwergewichte. Prachtkerle und Prachtexemplare, die man nicht einfach so lässig mit zwei Fingern pflückt. Nein, da muss man schon zugreifen. Und beim Hochheben kommt unweigerlich dieser kurze Moment: Holla, die hat aber was auf den Rippen!
Die anderen wiederum sind die Schönen.
Rund, glänzend, wunderbar gefärbt und so makellos, dass man beinahe ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man ihnen mit dem Messer zu Leibe rückt. Eigentlich gehören die ins Schaufenster – aber mein Schaufenster ist nun mal der Salatteller oder ähnliches.
Und dann gibt es natürlich noch die Reichen.
Das bin in diesem Fall wohl ich.
Denn seien wir ehrlich: Wer kann schon behaupten, seinen eigenen kleinen Tomatenreichtum direkt aus dem Garten einzufahren? Keine Börsenkurse, keine Aktien, keine Goldbarren.
Ich habe Tomaten.
Und zwar selbst angebaut, selbst gehegt, selbst geerntet.
Das ist doch auch eine Form von Luxus.
Also lautet das Fazit der heutigen Ernte:
Die Reichen und Schönen?
Kann ich.
Die Schweren und Schönen?
Kann ich erst recht.
Und wenn am Ende auch noch alle lecker sind, dann bin ich wahrscheinlich einer der reichsten Menschen weit und breit.
Zumindest heute Abend beim Abendessen.