Immer mehr Menschen interessieren sich für Möglichkeiten, bewusst einzukaufen und dabei ökologisch wie sozial Gutes zu tun. Zu fairen Bedingungen hergestellte Recyclingprodukte liegen im Trend: Die Bandbreite reicht von Taschen und Bekleidung bis hin zur Wohnungseinrichtung. Als der in Hamburg lebende Teppichhändler Reza Farrokhmanesh bei einer Reise durch den Iran in einem kleinen Dorf eine Frau
entdeckte, die aus Resten alter Kelims (persischen Webteppichen) einen farbenfrohen Teppich zusammengeknüpft hatte, kam ihm die Idee, solche Recycling-Teppiche auch in seinem Geschäft in Deutschland anzubieten.Seit 2009 werden diese unrettbaren Teppiche nun zerschnitten und die noch verwertbaren Teile zu originellen Patchworkteppichen zusammengefügt. Facharbeiter waschen die Teppiche und entfernen Flecken, bevor die verschieden großen Teile in die Nähwerkstatt kommen. Stark abgetretene Teppiche werden bis auf das Grundgewebe abrasiert und danach gewaschen und frisch eingefärbt. Mithilfe spezieller Nähmaschinen oder per Hand werden die Teile – sortiert nach Mustern und Farben – zusammen¬genäht und anschließend mit Stoff unterfüttert, der dem Patchworkteppich die nötige Stabilität verleiht. Bei einigen Teppichen wird auch Leder verarbeitet. Sowohl im Iran, wo die Patchworkteppiche hergestellt werden, als auch in Deutschland sind dadurch zahlreiche Arbeitsplätze entstanden. Neben fünf Mitarbeitern in Deutschland und 20 Fachkräften im Iran gibt es noch vier Freiberufler, die beim Sammeln alter Orientteppiche in Norddeutschland behilflich sind. Mittlerweile machen die bunten Patchworkteppiche etwa 40 Prozent des Umsatzes aus. Laut Abdolreza Farrokhmanesh hat sich der Teppichhändler dadurch ganz neue Kundenkreise erschlossen. Während die Vintage-Orientteppiche besonders für Ateliers und Ladengeschäfte gefragt sind und von eher gediegeneren Kunden bevorzugt werden, kommen die originellen Patchworkteppiche mit ihrem frischen Design gerade bei jüngeren und umweltbewussten Kunden gut an. Die meisten sind auf der Suche nach etwas Besonderem und wollen gleichzeitig der Wegwerfgesellschaft entgegen¬steuern. Vor allem in den skandinavischen Ländern sind die Teppiche beliebt. Auch nach Dänemark, Belgien und Frankreich werden sie exportiert; es gibt sogar Bestellungen außerhalb von Europa, wie Australien, Kanada, Japan und den USA. Das Hamburger Ladengeschäft zieht inzwischen Kunden aus ganz Deutschland an. Die Patchworkteppiche werden in unterschiedlichen Größen angeboten: von kleinen Läufern mit Maßen ab 80 × 100 Zentimeter bis zu fast raumgroßen Bodenbelägen von bis zu 400 × 450 Zentimeter. Das Unternehmen stellt auch Maß- und Sonderanfertigungen her. Als Direktanbieter kann es besonders günstige Preise anbieten: Die Preise für Endverbraucher rangieren zwischen 50 und 140 Euro pro Quadratmeter; für Groß- und Einzelhändler sind Sonderkonditionen möglich. Am meisten freut sich Reza Farrokhmanesh aber über das positive Feedback seiner Kunden, die auch nach längerer Zeit noch glücklich und zufrieden mit ihren einmaligen Patchworkteppichen sind: „Das motiviert mich, weiterzumachen.“
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Teppichlager Farrokhmanesh
Herr Reza Farrokhmanesh
Brook 8
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